Allgemeine Hinweise zur Vorbereitung auf Touren:

Die richtige Vorbereitung auf eine Motorradtour ist die wichtigste Voraussetzung für eine sichere, entspannte und erfolgreiche Reise.

Die folgenden Punkte solltest du als Urlaubs- oder Tourcheck beherzigen. Falls dein Bike gerade aus der Inspektion kommt, sollten einige dieser Punkte bereits abgearbeitet sein, aber ein „selbst schauen“ kann nie schaden!

** Kontrolle der Flüssigkeitsstände wie Ölstand , Kühlwasserstand (wenn vorhanden) , Bremsflüssigkeit wann erneuert? (alte Bremsflüssigkeit kann unter Umständen zum Ausfall Deiner Bremse führen)

** Hast du genügend Belagstärke bei den Bremsen?

** Haben deine Reifen genug Profil (mind. 3 mm ist empfehlenswert ) und ist der Luftdruck okay ?

** Bei höherer Zuladung sollte die Federung darauf eingestellt werden.

** Bordwerkzeug gehört i. d. R. zum Fahrzeug und sollte dabei sein.

** Ein geliehenes Motorrad sollte zur Körpergröße des Fahrers passen. Im Stand sollten beide Füße des Fahrers Bodenkontakt haben. „Spitzentänzer“ können leicht den Boden unter den Füßen verlieren.

** Jede Tour ist körperlich anstrengend und benötigt volle Konzentration. Da schließe ich die Soziusfahrer durchaus mit ein. Körperliche Fitness und gute Konzentration sind Voraussetzung für fehlerfreie Fahrten.

** Erfrischungsgetränke je nach Tour, sollte jeder mit sich führen.

** Sonnenschutz unter dem Visierausschnitt ist durchaus ratsam, da die UV – Strahlung durch das Visier wirkt.

** Denk an ein „Erste Hilfe“ Set und die Warnweste. Sie sind in einigen Ländern vorgeschrieben (z.B. Österreich ). Sie kosten nicht die Welt und können nützlich sein.

** Gepäck muss verstaubar sein, die Maschine damit nicht überlasten. Eine Schnellwäsche ist sicherlich in jedem Hotel möglich. Platz sollte auf jeden Fall für ein paar Wechselschuhe sein. Und was man anhat, braucht man nicht einzupacken.

** Denk an ein „Erste Hilfe“ Set und die Warnweste. Sie sind in einigen Ländern vorgeschrieben (z.B. Österreich ). Sie kosten nicht die Welt und können nützlich sein.

** Gepäck muss verstaubar sein, die Maschine damit nicht überlasten. Eine Schnellwäsche ist sicherlich in jedem Hotel möglich. Platz sollte auf jeden Fall für ein paar Wechselschuhe sein. Und was man anhat, braucht man nicht einzupacken.

** Ein getöntes Visier in einem stockdunklen Tunnel kann für Dich die letzte Fahrt bedeuten. Die Überwindung der Hell – Dunkelanpassung des Auges kann bis zu 6 Sekunden dauern, Fahrer mit dunklem Visier haben hier keine Chance. Für Biker die viel in den Alpen fahren, rate ich dringend ein Klarsicht – Visier zu benutzen. Die Zahl der unbeleuchteten Tunnel ist höher als wir ahnen, gerade auf wunderschön gelegenen Nebenstrecken.

** Nicht selten hängt alles was fliegen kann am Helm. Ein kleines Reinigungsset für das Visier nimmt nicht viel Platz weg und schafft Klarsicht.

** Eine Regenkombi oder besser Goretex–Motorradkleidung sollten die Regel sein. Stiefel und Handschuhe sollten ebenso wetterfest sein.

** Ist der TÜV lang genug gültig ?

** Die Gültigkeit der persönlichen Dokumente sollte geprüft werden.

** Die grüne Versicherungskarte ist mitzuführen. Außerdem sollte über eine Unfall- und Auslandskrankenversicherung nachgedacht werden. Auch ein Auslandsschutzbrief kann sinnvoll sein, oder ist vielleicht schon in der Mitgliedschaft einiger Automobilclubs ( ADAC oder AvD...) enthalten.

Fahrtipps für unsere Touren - nicht nur für "Wenigfahrer"

Pässe rauf und runter
Beim Befahren von Pässen sollte man auf einige Dinge achten, auch wenn sie einem nicht so wichtig vorkommen. Viele Tipps stammen aus eigener Erfahrung, Bikergesprächen und Fachliteratur.

* Blicktechnik:
Der richtige Blick ist beim Pass fahren mit das Wichtigste. Je enger die Kehren und Kurven um so mehr muss dein Hals arbeiten. Der Blick geht weit voraus und nicht direkt vor das Vorderrad. Dein Bike fährt dahin, wo du als Fahrer hinschaust. (Ausnahmen gibt es immer wieder). Ob du eine Kehre bergauf oder bergab fährst, schau immer auf den Kurvenausgang!!!

* in der Ruhe liegt der Spaß
Einen Pass hinauf zu schwingen ist eine wunderschöne Sache, aber es gehört schon eine Phase des Eingewöhnens dazu. Sich von Kehre zu Kehre langsam zu steigern, bringt für jeden Biker Fahrspaß pur und einen völlig neuen Genuss! In der Ruhe liegt die Kraft, so auch hier, also versuche jedes extreme Beschleunigungs- oder Bremsmanöver zu vermeiden. Fahr flüssig aber nicht hektisch.

* das richtige Tempo finden
Um in den Alpen oder in den Bergregionen fahren zu können, braucht man kein spezielles Motorrad - das kann man mit einer Enduro genauso gut wie mit einer Tourer oder einem Supersportler. Egal mit welchem Bike Du unterwegs bist, wenn die Kurven enger werden ist Anpassung gefragt. So kann das Fahren mit Kupplungshilfe notwendig sein oder - um Lastwechselreaktionen bei Schräglage zu vermeiden - auch die Hinterradbremse und leichtes Gas hilfreich sein, um die Kehre mit Zug zu durchfahren.

* Reserven schaden niemanden!
Mit dem Knie in einer weiten Kehre die Kuhfladen mitgenommen? Oder auf einer Kuhfladen einen Lowsider gestartet? Nein? Dann bist Du wohl mit genug Reserven unterwegs um auch im Gefahrfall noch korrigieren zu können. Hang off und Pässe passen so gut zusammen wie Ochs und jodeln - also gar nicht. Und nun denk Dir das noch etwas Sand oder Schotter in eine der nächsten Kehren auf dich wartet.......
Nur wer genug Reserven lässt, nimmt seine Lieben zu Hause wieder in den Arm!

* andere machen auch Fehler
Da wir nicht allein auf der Passstrasse unterwegs sind, müssen wir auch immer mit Fehlern von anderen rechnen. Um diese rechtzeitig zu sehen und sie eventuell auszugleichen brauchen wir genügend Reserven und auch ab und an eine zurückhaltende Fahrweise. Mit unseren Reserven und unserer Fahrweise können wir Fehler von anderen kompensieren.


* schauen und fahren geht nicht
Schöne Berge, grüne Wälder und blaue Seen sind für jeden wunderschön anzusehen, nur sollte man das ganz sicher nicht bei der Fahrt tun. So wurde mancher schöne Aus- und Einblick Bikern zum Verhängnis. Such dir eine Gelegenheit eine kleine Pause einzulegen, da kannst du staunen, fotografieren und mehr. Hier kommt nicht die perfekte Welle, aber der perfekte Blick. Vergiss vor dem Anhalten Deinen Hintermann nicht!!! Er würde sicher diesen Blick auch genießen und nicht an deinem Kennzeichen kleben.


* wir fahren auf der Strasse
Wenn die Strasse ausreichend breit ist und NICHTS entgegen kommt, kann man die Strasse schon mal auszunutzen. Aber Achtung!!! - genau da kann etwas Sand liegen, eine Fahrbahnfuge mit rutschigem Bitumen ausgegossen sein oder jemand anderes hat eine Öl- oder Kraftstoffspur auf der Strasse hinterlassen. Wenn Du nicht sicher bist, dann „IM ZWEIFELSFALLE NIE“

 

* einer fährt langsam
dann kann das verschiedene Gründe haben - er kann nicht schneller, er möchte nicht schneller oder er wird am schneller fahren gehindert. Wenn Du jetzt überholst, dann bleib voll am Gas damit du schnell vorbei und wieder rechts bist. Kraftstoff sparen kannst Du später.


 

* Achtung Rutschgefahr!
Passstrassen sind nicht glatt und sauber. Benzin oder Ölspuren, Sand- oder Schotter, Kuhfladen, Wasserrinnen starke Bodenunebenheiten oder –wellen finden wir auf ihnen. Das musst du wissen und gedanklich damit arbeiten. Wenn diese Gefahren drohen, cool bleiben und daran denken, dass man viele dieser Überraschungen nur mit genügend Vorsicht und im spitzen Winkel überfahren muss. Den Kraftschluss durch Ziehen der Kupplung zum Hinterrad zu unterbrechen kann auch sehr hilfreich sein


Die richtige Kurventechnik

 

* Blau oder Grau
Der Wechsel zwischen soeben noch strahlendem blauem Himmel und zwei Kehren weiter einsetzendem Regen kann jederzeit in den Bergregionen auf dich zukommen. Auch ein Gewitter ist drin, hier heißt es schnell runter vom Gipfel und einen sicheren Punkt zum Stehen bleiben suchen. Eine Pause ist immer gut und denk daran, nach jedem Regen kommt wieder die Sonne.

* auch Bremsen ist gefragt
Auch in den Bergen ist das Bremsen sehr wichtig und schon mancher musste mal so richtig in die Eisen. Einmal etwas fester gebremst ist besser als ständig nur ein bisschen. Das kann beim bergab fahren zu heißen Bremsen und im Extramfall zu Wirkungslosigkeit führen. Und denk bitte an das Verhalten des Bremsweges, der wird bei ca. 100 km ca. 10 m mehr.

* Reifen kontrollieren
Ein Kontrollblick auf die Reifen ist immer gut und gerade wenn man tanken ist, geht das am besten. Der Reifendruck sollte dabei ebenfalls kontrolliert werden.

* Tipps zur Fahrtechnik: Quelle @alpenmotorrad
Viele sagen, dass eine Kurve mit dem größtmöglichen Radius gefahren werden soll, da damit auch die höchste Geschwindigkeit bei gegebener Schräglage oder die geringste Schräglage gefahren werden kann (Bild , rote, durchgehende Linie).
Betrachten wir dies genauer: der Scheitelpunkt unseres gewählten Kurses ist exakt in Kurvenmitte, wir nutzen sowohl vor der Kurve als auch nachher die volle Fahrstreifenbreite aus.
Nachdem wir uns ja gut kennen und es ja aus unserer Erfahrung öfter vorkommt, dass wir schon sehr zeitig in die Kurve einlenken, wollen wir sehen, was passiert: bis zum Scheitelpunkt der Kurve nahezu nichts. Doch nun, in der zweiten Kurvenhälfte, benötigen wir plötzlich mehr Platz. Wir kommen, wenn wir nicht sehr schnell die Geschwindigkeit reduzieren, am Kurvenende über den Fahrbahnrand (bei Straßen mit Gegenverkehr auf die andere Fahrbahnhälfte). Also schon nur geringfügig frühzeitiges Einlenken bringt uns in echte Gefahr (Bild, punktierte rote Linie).
Probieren wir es doch anders herum: wir fahren sehr schnell auf die Kurve zu und bremsen daher etwas länger und kommen daher deutlich über den "idealen" Einlenkpunkt hinweg. Nun müssen wir zwar stärker einlenken (wir konnten ja sowieso länger bremsen, sind also nicht zu schnell), verschieben aber den Scheitelpunkt unserer Kurve in Richtung Kurvenausgang und fahren mit viel mehr Reserven (Abstand) zum Fahrbahnrand (Gegenverkehr) - gestrichelte grüne Linie.
Wir können aufgrund des nun geringeren Kurvenradius auch stärker beschleunigen. Mit dieser Linie wird der versierte Passfahrer fahren - auf Grund der Reserven kann er selbst bei engen Straßen noch genügend Abstand zum Gegenverkehr halten, die Schräglage und somit eine eventuelle Rutschgefahr ist geringer. Und hier kommt die Blicktechnik stark zum Tragen: Beim Einlenkpunkt ist der Scheitelpunkt der Kurve (und dort sollte der Blick gerade jetzt hingehen) etwa 90° rechts vom Fahrer - ein "weicher" Hals und Nacken ist also sehr, sehr wichtig! Obendrein kann der Fahrer bei dieser Linienwahl schon viel früher viel weiter sehen - und damit auch früher auf eventuelle Gefahren reagieren!

Zusammenfassend: langsam rein in die Kurve, schnell raus!