Nachdem 2 Tage in Folge heftige Unwetter
über das Mittlere Erzgebirge gingen,
starteten wir unsere heutige Tagestour mit
etwas gemischten Gefühlen. Auf Grund
der Wetterungewissheiten kürzten wir
auch die Strecke etwas und nahmen ein paar
beschauliche Etappen zugunsten etwas Flotteren
heraus, um im Wetter-Ernstfall Zeitreserven
zu haben . Dazu später….
Nach einem guten Frühstück starteten
wir im Landhotel FLÖHATAL, in der Nähe
von Olbernhau / Neuhausen in Richtung Grenze
Tschechei. Der kleine Grenzübergang
Deutscheinsiedel hält uns kaum auf,
in schönen Serpentinen im Wald und
später zwischen Streuobstwiesen, die
steilen Hänge des südlichen Erzgebirges
hinab erreichen wir zügig die böhmischen
Täler.
Das erste Ziel ist Most, die nordböhmische
Braunkohlestadt. Auf dem Schlossberg ist
Verschnaufpause. Einladend und chic saniert
empfängt uns Burg Hnevin. Von oben
eröffnet sich eine schöne Aussicht
ins Böhmische Becken, zweigeteilt die
Eindrücke. Braunkohlebergbau schafft
eben nicht gerade landschaftliche Reize.
Ebenfalls von oben schön zu sehen die
Rennstrecke MOTODROM. Ein anderes Kuriosum
stellt die Stadtkirche von Most dar, wegen
Diskrepanzen des Denkmalschutzes mit dem
Kohleabbau wurde die Kirche spektakulär
verschoben, 450 m auf Gleisen. Das Ereignis,
das in den 1970er Jahren eine Sensation
war, wird im KLEIN ERZGEBIRGE in Oederan
im Modell nachgestellt.
Auf nicht sonderlich aufregenden, aber intakten
Strassen erreichen wir den Egerstausee,
der heute leider so trüb wirkt wie
das Wetter, das er spiegelt. Eine Pause
soll trotzdem sein. Am Egerstausee gibt
es 2 Zeltplätze, für uns nicht
relevant, aber gut zu wissen…
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Weiter auf schnurgeraden Fernstrassen, die aber wenig befahren
sind, erreichen wir Kadan. Die Stadtansicht
ist einladend, und die Stadt selbst
ist es auch. Hier wollten wir eigentlich
schon bis Klasterec seitlich der Eger
/ Ohre die kleinen Orte abklappern, |
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aus Wetter- und Zeitgründen fuhren wir noch bis Klasterec
die Direktverbindung, leider nicht
so romantisch wie gewollt. Ab Klasterec
ging es auf der Fernstrasse 13 immer
entlang der Eger über Straz nad
Ohri richtung Damice. |
In Straz nad Ohri ist übrigens die
engste Stelle von Duppauer Bergen und Erzgebirge,
getrennt nur durch den Fluss.
Vor Damice links über den Fluss, immer
die Uferstrasse entlang, begrenz von Felsen
links und der Eger rechts. Alles kleine,
stille Dörfer, die wir hier durchfahren.
Man kann es genießen, es gibt keinen
Grund zu rasen. Bis es anfängt zu regnen.
Jetzt heißt es eine Dorfkneipe zu
finden, die rechtzeitig in Form einer Campingplatzgaststätte
auch bald kommt. Also Pferdchen absatteln
und einkehren. Knödel sind fast ein
Muss, Bier böhmischer Braukunst lassen
wir lieber. Die Kneipe wird auch frequentiert
von Zeltlern und Wassersportlern, die zuhauf
die Eger bevölkern, so hat eben jeder
seins.
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Den folgenden Weg müssen wir wieder kürzen, am
meisten schmerzt es, dass wir das
wunderschöne Loket auslassen
werden. Diese kleine Stadt mit Burg
ist äußerst reizvoll. |
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So schlagen wir wieder am Fluss entlang
( der Regen hat aufgehört ) Richtung
Karlovy Vary ein, begeben uns dort auf die
Fernstrasse Richtung Bozi Dar, Grenze CZ
/ D.
Vor uns baut sich das Erzgebirge wie eine
Wand auf. Man muss es auch mal von böhmischer
Seite gesehen haben um zu merken, dass wir
hier von einem Gebirge reden. Von deutscher
Seite ist das nicht so auffällig. Wir
steuern hier auf die höchsten Gipfel
zu, einer Gruppe 900er bis weit über
1000er mit Fichtelberg und Klinovec. Vorher
erreichen wir zwischen einer Steilauffahrt
und den folgenden Serpentinen den Ort Jachymov.
Vom Stolz und Reichtum der ehem. Münzprägestadt
ist nicht viel mehr zu sehen. Der Joachimstaler
wurde hier geprägt, später vereinfacht
als Deutscher Taler. Taler war dann auch
der Wortstamm für die Namensgebung
des Dollar. aber der Ort hat gelitten, unter
Kommunismus, Arbeitslosigkeit, Verfall,
Kriminalität und und und.
Bei Bozi Dar, der Geburtstadt des Heimatdichters
Anton Günther und höchstge-
legene Stadt Mitteleuropas, biegen wir in
den Kreisverkehr und fahren gleich die nächste
Ausfahrt wieder aus. Uns lockt, auch weil
das Wetter wieder friedlich ist, der Keilberg,
mit 1.244m der höchste Erzgebirgsgipfel.
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Der
Berg bietet alles, was man so erwarten
kann: Steilauffahrt, Fernsicht, rauhes
Klima, Natur. Aber die KEILBERGBAUDE
und der FRANZ JOSEPH TURM sind ein
Trauerspiel.
Stattdessen muss der Berg den monströsen
Funkturm tragen. Aber ab 2010 ist
von tschech. Seite der Wiederaufbau
geplant. |
Ab hier nehmen wir den Weg zur Grenze, bleiben
aber, auch weil das Wetter echt schön
geworden ist, in den Höhenlagen auf
tschech. Seite bis Vejprt / Bärenstein.
hie gönnen wir uns vor der letzten
Etappe ein Kaffeepause mit Erdbeertorte
in der bikerfreundlichen Gaststätte
ZUR LINDE.
Der letzte ritt sieht wie folgt aus: Bärenstein
– Jöhstadt – Preßnitztal
– Steinbach - Reitzenhain –
Olbernhau – Landhotel FLÖHATAL.
FAZIT: Wer Kadan, Klasterec, Loket besuchen
will, muss unbedingt die Tour weiter kürzen
und / oder Einzeltouren daraus machen. Der
angenehme Aufenthalt in den reizenden Orten
ist dann der Lohn.