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Erzgebirgische Grenzlandtour Pfingsten 2007

Nachdem 2 Tage in Folge heftige Unwetter über das Mittlere Erzgebirge gingen, starteten wir unsere heutige Tagestour mit etwas gemischten Gefühlen. Auf Grund der Wetterungewissheiten kürzten wir auch die Strecke etwas und nahmen ein paar beschauliche Etappen zugunsten etwas Flotteren heraus, um im Wetter-Ernstfall Zeitreserven zu haben . Dazu später….

Nach einem guten Frühstück starteten wir im Landhotel FLÖHATAL, in der Nähe von Olbernhau / Neuhausen in Richtung Grenze Tschechei. Der kleine Grenzübergang Deutscheinsiedel hält uns kaum auf, in schönen Serpentinen im Wald und später zwischen Streuobstwiesen, die steilen Hänge des südlichen Erzgebirges hinab erreichen wir zügig die böhmischen Täler.

Das erste Ziel ist Most, die nordböhmische Braunkohlestadt. Auf dem Schlossberg ist Verschnaufpause. Einladend und chic saniert empfängt uns Burg Hnevin. Von oben eröffnet sich eine schöne Aussicht ins Böhmische Becken, zweigeteilt die Eindrücke. Braunkohlebergbau schafft eben nicht gerade landschaftliche Reize. Ebenfalls von oben schön zu sehen die Rennstrecke MOTODROM. Ein anderes Kuriosum stellt die Stadtkirche von Most dar, wegen Diskrepanzen des Denkmalschutzes mit dem Kohleabbau wurde die Kirche spektakulär verschoben, 450 m auf Gleisen. Das Ereignis, das in den 1970er Jahren eine Sensation war, wird im KLEIN ERZGEBIRGE in Oederan im Modell nachgestellt.

Auf nicht sonderlich aufregenden, aber intakten Strassen erreichen wir den Egerstausee, der heute leider so trüb wirkt wie das Wetter, das er spiegelt. Eine Pause soll trotzdem sein. Am Egerstausee gibt es 2 Zeltplätze, für uns nicht relevant, aber gut zu wissen…

Weiter auf schnurgeraden Fernstrassen, die aber wenig befahren sind, erreichen wir Kadan. Die Stadtansicht ist einladend, und die Stadt selbst ist es auch. Hier wollten wir eigentlich schon bis Klasterec seitlich der Eger / Ohre die kleinen Orte abklappern,

aus Wetter- und Zeitgründen fuhren wir noch bis Klasterec die Direktverbindung, leider nicht so romantisch wie gewollt. Ab Klasterec ging es auf der Fernstrasse 13 immer entlang der Eger über Straz nad Ohri richtung Damice.

In Straz nad Ohri ist übrigens die engste Stelle von Duppauer Bergen und Erzgebirge, getrennt nur durch den Fluss.

Vor Damice links über den Fluss, immer die Uferstrasse entlang, begrenz von Felsen links und der Eger rechts. Alles kleine, stille Dörfer, die wir hier durchfahren. Man kann es genießen, es gibt keinen Grund zu rasen. Bis es anfängt zu regnen. Jetzt heißt es eine Dorfkneipe zu finden, die rechtzeitig in Form einer Campingplatzgaststätte auch bald kommt. Also Pferdchen absatteln und einkehren. Knödel sind fast ein Muss, Bier böhmischer Braukunst lassen wir lieber. Die Kneipe wird auch frequentiert von Zeltlern und Wassersportlern, die zuhauf die Eger bevölkern, so hat eben jeder seins.

Den folgenden Weg müssen wir wieder kürzen, am meisten schmerzt es, dass wir das wunderschöne Loket auslassen werden. Diese kleine Stadt mit Burg ist äußerst reizvoll.


So schlagen wir wieder am Fluss entlang ( der Regen hat aufgehört ) Richtung Karlovy Vary ein, begeben uns dort auf die Fernstrasse Richtung Bozi Dar, Grenze CZ / D.
Vor uns baut sich das Erzgebirge wie eine Wand auf. Man muss es auch mal von böhmischer Seite gesehen haben um zu merken, dass wir hier von einem Gebirge reden. Von deutscher Seite ist das nicht so auffällig. Wir steuern hier auf die höchsten Gipfel zu, einer Gruppe 900er bis weit über 1000er mit Fichtelberg und Klinovec. Vorher erreichen wir zwischen einer Steilauffahrt und den folgenden Serpentinen den Ort Jachymov. Vom Stolz und Reichtum der ehem. Münzprägestadt ist nicht viel mehr zu sehen. Der Joachimstaler wurde hier geprägt, später vereinfacht als Deutscher Taler. Taler war dann auch der Wortstamm für die Namensgebung des Dollar. aber der Ort hat gelitten, unter Kommunismus, Arbeitslosigkeit, Verfall, Kriminalität und und und.
Bei Bozi Dar, der Geburtstadt des Heimatdichters Anton Günther und höchstge-
legene Stadt Mitteleuropas, biegen wir in den Kreisverkehr und fahren gleich die nächste Ausfahrt wieder aus. Uns lockt, auch weil das Wetter wieder friedlich ist, der Keilberg, mit 1.244m der höchste Erzgebirgsgipfel.

Der Berg bietet alles, was man so erwarten kann: Steilauffahrt, Fernsicht, rauhes Klima, Natur. Aber die KEILBERGBAUDE und der FRANZ JOSEPH TURM sind ein Trauerspiel.
Stattdessen muss der Berg den monströsen Funkturm tragen. Aber ab 2010 ist von tschech. Seite der Wiederaufbau geplant.

Ab hier nehmen wir den Weg zur Grenze, bleiben aber, auch weil das Wetter echt schön geworden ist, in den Höhenlagen auf tschech. Seite bis Vejprt / Bärenstein. hie gönnen wir uns vor der letzten Etappe ein Kaffeepause mit Erdbeertorte in der bikerfreundlichen Gaststätte ZUR LINDE.

Der letzte ritt sieht wie folgt aus: Bärenstein – Jöhstadt – Preßnitztal – Steinbach - Reitzenhain – Olbernhau – Landhotel FLÖHATAL.

FAZIT: Wer Kadan, Klasterec, Loket besuchen will, muss unbedingt die Tour weiter kürzen und / oder Einzeltouren daraus machen. Der angenehme Aufenthalt in den reizenden Orten ist dann der Lohn.


 





   


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